Sexualtherapie
Sexualtherapie ist eine spezielle Form der Psychotherapie, die sich auf sexuelle Probleme und Störungen konzentriert. Nicht selten wird dabei deutlich, dass sexuelle Probleme nicht rein sexueller Natur sind, sondern Wurzeln in der individuellen Biografie haben oder auch mit der Beziehungsdynamik in einer Partnerschaft verknüpft sind. Sexualtherapie ist als Einzeltherapie oder als Paartherapie möglich.
Viele stellen sich Sexualität als etwas vor, das selbstverständlich funktionieren, allzeit verfügbar, politisch korrekt, angenehm und maximal erfüllend sein sollte. Menschen, die das anders erleben, empfinden sich dann häufig als unzulänglich oder unnormal.
Mir ist es wichtig, einen sicheren und professionellen Rahmen zu bieten, der es ermöglicht, die eigene Sexualität möglichst unvoreingenommen zum Thema und zum Ausgangspunkt positiver Entwicklungen zu machen.
Eine Sexualtherapie beginnt in der Regel mit einer gründlichen Diagnose und einer Exploration des sexualtherapeutischen Anliegens. Das geschieht in einem behutsamen Prozess, in dem wir auch auf Situationen schauen, die Ihr Verständnis und Erleben von Sexualität massgeblich geprägt haben.
Themen der Sexualtherapie
Die Gründe, eine professionelle Sexualtherapie aufzusuchen können sehr vielfältig sein. Im Folgenden führe ich einige der Themen auf, die mir in meiner Praxis begegnen.
Probleme mit sexuellen Funktionen sind ein häufiges Thema. Etwas »klappt nicht«.
Beispiele sind Impotenz (z.B. Erektile Dysfunktion), vorzeitiger Samenerguss, Vaginismus (Scheidenkrampf), Libidostörungen (sexuelle Unlust), Orgasmusstörung.
Lust und Unlust können ein wichtiges Thema sein. Für Paare ist eine Sexualtherapie beispielsweise sinnvoll, wenn sie gerne lustvolleren Sex miteinander leben würden, das aber aktuell nicht hinkriegen. Konflikte entstehen häufig, wenn zu große Unterschiede im Begehren, in sexuellen Vorstellungen und Vorlieben zwischen den Partnern zu bestehen scheinen. Oft haben sich im Lauf der Zeit auch Blockaden entwickelt, überhaupt noch sexuell aufeinander zuzugehen.
Unsicherheit über die eigene sexuelle Orientierung. Es kann geschehen, dass Sie phasenweise verunsichert sind, zu welchem Geschlecht Sie sich sexuell hingezogen fühlen. Vor allem wenn Sie befürchten, aufgrund Ihrer sexuellen Orientierung in anderen Lebensbereichen auf Schwierigkeiten zu stoßen, kann eine therapeutische Begleitung hilfreich sein.
Verunsicherung über sexuelle Fantasien, Vorstellungen, Praktiken oder Wünsche. Diese können unendlich vielfältig sein, lösen aber bei vielen Menschen große Verwirrung aus. Oft sind sie verbunden mit der Frage "Bin ich normal?"
Leistungs- oder Versagensängste spielen nicht selten eine Rolle und verhindern eine entspannte Sexualität.
Sexuelle Zwangsfantasien oder -handlungen (wie etwa Pornosucht) können als belastend empfunden werden.
Ein Seitensprung, eine Affaire oder eine länger dauernde Außenbeziehung eines Partners stellt nicht nur die bisherige Sexualität, sondern häufig die Beziehung als Ganzes und das bisherige Lebensmodell in Frage. Hier ist eine Therapie hilfreich, um einen sicheren Rahmen für oft sehr emotionale Geschehen zu bieten.
Je nach Anliegen kann der Ablauf der Therapie ganz unterschiedlich aussehen. Ich werde Sie dabei unterstützen, sich dem zuzuwenden, was Sie persönlich erotisch ausmacht und wie Sie Ihre eigenen erotischen Potenziale kennenlernen, schätzen und nutzen können. Wissensvermittlung oder Überprüfen der Vorstellungen, was „normale“ Sexualität ist, können ebenso wichtig sein wie die Verbesserung der Verständigung über Unterschiede und Wünsche mit Ihrem Partner und die Auflösung blockierender Kommunikationsmuster.