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Systemaufstellungen

Wer wir sind, sind wir durch andere Menschen. Unsere Beziehungen prägen uns - ob wir das mögen oder nicht. Das ist keine neue Einsicht, aber oftmals nehmen wir sie nicht sehr ernst. Wir hoffen, wir selbst zu werden und unsere Autonomie und Freiheit zu finden, indem wir leugnen, wie sehr andere uns beeinflussen. Paradoxerweise werden wir freier, selbständiger und unabhängiger, je besser wir verstehen, wer in unserem Leben welchen Einfluss ausgeübt hat und welche Rolle diese Menschen heute für uns spielen.

Aufstellungsarbeit nimmt die hohe Bedeutung von Beziehungen ernst. Sie ist eine äußerst effektive Methode, um Beziehungsgeflechte sichtbar zu machen. Genau solche Beziehungszusammenhänge bezeichnen wir auch als Systeme. In der Regel sind Familien wichtige und prägende Systeme, aber auch Partnerschaften, Freundeskreise oder berufliche Kontexte stellen Systeme dar.

Systemaufstellungen sind eine seit mehr als 20 Jahre bewährte und inzwischen gut erforschte Methode in der Beratung und Therapie. Ihre Stärke besteht darin, schnell und plastisch Beziehungen mit ihren typischen Einflüssen und Wechselwirkungen sichtbar zu machen. Die wichtigsten Prägungen - diejenigen, die unser Selbst am meisten ausmachen - sind zugleich die ältesten. 


Oft sind es die Eltern oder frühe ​Bezugspersonen, die uns wichtige Botschaften mitgeben über uns selbst und die Welt, über Familie und Beziehungen, über Arbeit, über Liebe und Sex. Manche dieser frühen Erfahrungen sind förderlich und stärken uns. Andere sind eher hinderlich und zeigen sich als blockierende Glaubenssätze oder ungünstige Verhaltensmuster, deren Einfluss wir zwar spüren, die wir aber oft nur schwer loswerden.
Einer der wichtigsten positiven Effekte von Aufstellungen ist, dass sie helfen, diese oftmals verborgenen und unbewussten Dynamiken zu erkennen und zu verstehen. Was wir verstehen, können wir ändern. Ich verstehe Aufstellungen deswegen auch als einen Weg, um Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, freie Entscheidungen zu treffen und die Zukunft in den Blick zu nehmen.

Die Wirkung von Aufstellungen, insbesondere die zur Verfügung gestellten Wahrnehmungen der Stellvertreter, ist oftmals frappierend und überraschend. Es handelt sich dabei nicht um magische oder an irgendwelche Glaubenssysteme gebundene Phänomene; sie haben nichts mit Esoterik zu tun. Systemaufstellungen funktionieren, weil sie ernst nehmen, dass wir Beziehungswesen sind. Unser Selbst ist entstanden durch die Resonanz mit anderen. Wir sind fähig, uns einzufühlen in andere. Diese Fähigkeit nutzen Systemaufstellungen.

Mehr über Aufstellungen

Ablauf einer Systemaufstellung

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Für eine Aufstellung kommen Menschen mit unterschiedlichen Anliegen in einer Gruppe zusammen. Üblicherweise sind es ca. 8-15 Teilnehmer. Meist weiß man nichts voneinander und kennt sich nicht. Was alle verbindet, ist die Offenheit und die Bereitschaft, einen geschützten und vertraulichen Raum zu schaffen.
Die eigentliche Aufstellung beginnt damit, dass einer der Teilnehmer dem Aufstellungsleiter sein Anliegen beschreibt, das meist ein Problem oder ein Thema ist, das ihn aktuell beschäftigt. Diese Schilderung fällt in der Regel sehr kurz aus. 
Der Teilnehmer wählt dann aus den Anwesenden Stellvertreter für real existierende Personen oder andere wichtige Aspekte seines Anliegens aus. Diese Stellvertreter werden im Raum "aufgestellt" . Sie schildern ihre Wahrnehmungen und Empfindungen, verändern vielleicht ihre Position. Durch die unterschiedlichen Haltungen der Stellvertreter zueinander (Wer steht wo? Wer schaut wen an?) entsteht ein Bild, das verborgene und weniger offensichtliche Dynamiken sichtbar werden lässt. 
Die Wirkung einer Systemaufstellung besteht in der Regel darin, dass ein persönliches Anliegen oder Problem, das als unscharf oder nicht greifbar empfunden wird, in der Aufstellung sozusagen von außen angeschaut werden kann. Die Teilnehmer sehen ihr Problem - und oft auch dessen Lösung - deutlich vor sich stehen. Wenn es gelingt, sich diesem Bild innerlich zu öffnen und anzuerkennen, was sich da zeigt, entsteht ein Zugewinn an Freiheit und Verantwortung für das eigene Leben.

Eine Aufstellung dauert je nach Thematik meist 45 - 90 Min. In einem Ganztagesworkshop können also 5 - 8 Aufstellungen stattfinden.

Themen

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Die Themen und Anliegen, die in Aufstellungen angeschaut werden, sind vielfältig wie das Leben selbst. Hier einige Beispiele.

Persönliche Entwicklung

  • Liebe und Partnerschaft
  • Trennung und Verlust
  • Konflikte in Beziehungen
  • Einsamkeit
  • Sexualität
  • Krankheit
  • Abschied und Tod


Familie

  • Herkunft und Identität
  • Geschwisterkonflikte
  • Patchwork-Familien
  • Erziehung
  • Kinder & Kinderlosigkeit


Berufliche Entwicklung

  • Umbruch und berufliche Neuorientierung
  • Kündigung
  • Beruflicher Misserfolg
  • Burnout
  • Selbständigkeit


Von den Aufstellungen persönlicher Themen sind sog. Organisationsaufstellungen zu unterschieden. Diese sind hilfreich, wenn es darum geht, typische Themen einer Organisation oder eines Unternehmens zu betrachten (z.B. Führung, Teamentwicklung, Strategie, Change Management).
Seit mehreren Jahren bietet ich auch Organisationsaufstellungen an. Eine spezifische Beschreibung dieses Angebots findet sich auf www.rise-consultants.de 

Teilnahmevoraussetzungen

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  • Sie brauchen nichts Besonders tun oder mitbringen. Es genügen Offenheit und die Bereitschaft, sich mit seinem Anliegen in einer Gruppe zu zeigen
  • Als erwachsener Mensch tragen Sie für sich selbst Verantwortung. Der Umgang mit den Teilnehmern und ihren Anliegen ist selbstverständlich professionell und respektvoll. Was sich in der Aufstellung zeigt, kann aber unter Umständen unerwartet sein und nahe gehen. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie er mit dem umgeht, was sich zeigt.
  • Nicht unter 18 Jahren
  • Nicht unter Einfluss von Alkohol oder Drogen
  • Bei schwerer psychischer Belastung, körperlicher Einschränkung oder Krankheit sollte ein telefonisches Vorgespräch geführt werden
  • Bei laufender Psychotherapie sollte die Teilnahme mit dem Therapeuten vorab abgestimmt oder mit mir telefonisch besprochen werden

Formen von Systemaufstellungen

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Die übliche Form der Systemaufstellung ist die in der Gruppe. Sie bietet den Vorteil, dass die repräsentierende Wahrnehmung der aufgestellten Stellvertreter genutzt werden kann. Darüber hinaus profitieren viele Teilnehmer sehr auch von den Aufstellungen anderer Teilnehmer und von dem, was sie selbst in der Funktion als Stellvertreter erleben.
Aufstellungen sind aber auch in Einzel- oder Paarsettings möglich. Ich nutze sie deswegen auch in meinen Beratungsgesprächen mit Einzelnen und Paaren.
Hier können die Systemkonstellationen entweder mit Figuren oder sogenannten Bodenankern (auf dem Fußboden verteilten Zetteln) aufgestellt werden.

Stellvertreter

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Auch wer kein eigenes Anliegen hat, ist herzlich eingeladen, an einer Aufstellungsgruppe teilzunehmen und sich dort vielleicht als Stellvertreter in einer Aufstellung zur Verfügung zu stellen. Oftmals erschließt gerade das eigene Erleben als Stellvertreter einen Zugang zur Aufstellungsarbeit.

Die Rolle der Stellvertreter ist für viele einer der aufsehenerregendsten Aspekte der Aufstellungsarbeit, die insbesondere beim erstmaligen Erleben überrascht. Wie ist es möglich, dass Stellvertreter oftmals sehr präzise Wahrnehmungen und Eindrücke haben über Situationen, die sie nicht kennen oder über die sie nur wenige Informationen erhalten haben?
Manche Autoren greifen zur Erklärung dieser stellvertretenden Wahrnehmung auf  schwer nachvollziehbare oder esoterische Erklärungen zurück. 
Ich plädiere hier für nüchterne Zurückhaltung. Zum einen ist es durchaus üblich, dass wir nicht alles, was wir erleben, unmittelbar verstehen und erklären können. Zum anderen gibt es inzwischen einige sehr gute wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit der Aufstellungsarbeit, die auch das Phänomen der stellvertretenden Wahrnehmung erklären. Die wichtigsten Ansätze sind meines Erachtens:

  • Die Forschung der letzten 10-20 Jahre zur Empathie und Resonanz hat gezeigt, dass Menschen vom ersten Tag ihres Lebens fähig sind, sich in andere hinein zu fühlen. Sie nehmen wahr, was andere beschäftigt, was sie brauchen und wie es ihnen geht. Die Neurobiologie hat mit den sogenannten Spiegelneuronen auch eine physiologische Grundlage für diese Fähigkeit entdeckt. Empathie und Resonanz laufen in der Regel unbewusst und automatisch ab.
  • Eine von P. Schlötter durchgeführte empirisch-wissenschafliche Untersuchung weist nach, das Menschen Konstellationen von Personen in einem Raum sehr ähnlich empfinden und deuten. Wie Körper im Raum zueinander stehen, stellt eine Art nichtverbale "Raumsprache" dar, die unabhängig von Personen und Kulturen verstanden wird.

Lebensberatung, nicht Psychotherapie

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Ich verstehe meine Arbeit als Lebensberatung und intensive Persönlichkeitsarbeit. Ich unterstütze mit der Aufstellungsarbeit oder Beratung in oftmals sehr persönlichen Themen und existenziellen Fragen. Insbesondere Systemaufstellungen sind geeignet, verborgene und tiefgehende Dynamiken sichtbar zu machen und haben deswegen eine klärende und heilende Wirkung.
Dennoch verstehe ich meine Arbeit ausdrücklich nicht als psychotherapeutische Arbeit im engeren Sinn. Ich hebe das bewusst hervor, weil ich Psychotherapeut bin und weiß, dass eine gute Psychotherapie einen längerfristigen und kontinuierlichen therapeutischen Prozess beinhaltet. Das kann und will Aufstellungsarbeit nicht leisten.

Unter bestimmten Umständen kann die Aufstellungsarbeit gut eine Psychotherapie ergänzen oder Impulse für die psychotherapeutische Arbeit bieten. Wenn Sie sich in Psychotherapie befinden, halten Sie aber bitte vor der Anmeldung Rücksprache mit ihrem Therapeuten. 

Vertraulichkeit

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Alle Teilnehmer versprechen einander ausdrücklich, Schweigen zu bewahren über persönliche Informationen anderer Teilnehmer, die sie im Workshop erfahren.

Während der Aufstellung können sich private Gegebenheiten und Gefühle vor der ganzen Gruppe zeigen. Diese Offenheit ist wichtig, beschränkt sich aber auf die Dauer der Aufstellung. Nach dem Ende des Workshops wird weder mit anderen in der Gruppe noch Personen außerhalb über die erhaltenen Informationen gesprochen.

Ich selbst garantiere als Aufstellungsleiter und Berater allen meinen Klienten Vertraulichkeit, wie dies auch den professionellen und ethischen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) entspricht.

Kosten

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  • Die Kosten für einen Ganztagsworkshop betragen 150 € für Teilnehmer, die ein eigenes Anliegen aufstellen.
    Teilnehmer ohne eigenes Anliegen sind gleichfalls herzlich willkommen und zahlen 50 €. Für viele Interessierte ist das sogar eine sehr gute Möglichkeit, die Aufstellungsarbeit kennenzulernen und sich selbst beispielsweise in der Funktion als Stellvertreter in einer Aufstellung zu erleben. 


  • Die Kosten für die Einzel- oder Paarberatung betragen 100 €/Std., wobei ich für ein Gespräch in der Regel 90 Min. einplane (also 150 €).